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Última revisión: 05 de febrero de 2008





 

Meinung und Rezension

Kanarische Geschichte - spannend und unterhaltsam erzählt

(www.ecanarias.com, 2002)

"Der König von Taoro" erzählt die spannende Geschichte von der Eroberung Teneriffas. Die Protagonisten sind Mencey Bencomo, Guanchen-Fürst von La Orotava, und Alonso Fernández de Lugo, spanischer Seefahrer und Konquistador. Sie ziehen den Leser in den Bann ihrer Zeitgeschichte. Der König von Taoro" ist kurzweilig und unterhaltsam, ohne Frage ein "Teneriffa-Bestseller". Horst Uden schrieb den historischen Roman vor sechzig Jahren, vor kurzem erschien die vierte Auflage.

Im Mai 1494 landet De Lugo auf Teneriffa. Er stößt ein hölzernes, "heiliges" Kreuz in die Erde und gründet hier die Stadt Santa Cruz de Tenerife. Die Kreuzfeiern am 3. Mai, die noch heute auf den Kanaren gefeiert werden, erinnern an dieses Ereignis (Titelbild). Er zieht dann über La Laguna (damals gab es hier einen Süßwassersee), Los Rodeos ("die Umwege"), La Matanza ("das Gemetzel") und La Victoria ("der Sieg") bis nach La Orotava vor – dem Sitz von Mencey Bencomo, König von Taoro.

Die Guanchen, Ureinwohner Teneriffas, leisten erbittert Widerstand. Mit ihren traditionellen Waffen – geschleuderte Steine, Lanzen und aus Obsidian geschliffene Messer – wehren sie sich mutig, doch sie können gegen die schweren Kanonen und Kavallerie des kastilischen Heeres nicht gewinnen. Sie flüchten in die Höhen des Tigaiga (der östliche Rand des Orotava-Tals) und ergeben sich schließlich im Herbst 1496 vor der Belagerung bei Los Realejos ("die Heerlager").

Außer dem werden viele Geschichten und Legenden von den Kanarischen Inseln erzählt. Mythen und Sagen über die "Glücklichen Inseln", woher die Guanchen kommen, wie sie lebten und dachten, wie sie feierten – und wie sie liebten:

Textauszug 1

Eine zentrale Rolle spielen die Frauen in dem Roman. Dácil und Guacimara sind zwei Prinzessinnen. Guacimara folgt ihrem Prinzen Ruimán in die Einsiedelei, nachdem er wegen Übermut – er führt eine fatale, eigenmächtige Attacke gegen den Feind an – auf den Thron verzichten und seine Familie verlassen muss. Dácil dagegen – die Tochter des Mencey Bencomo – liebt unbekannter- und wundersamerweise den spanischen Reiterführer Gonzalo de Castillo. Sie wird am Ende zur Symbolfigur der sich vermischenden Kulturen.

Textauszug 2

Lassen Sie sich verführen zu einer Zeitreise, in die Welt der Guanchen und der spanischen Konquistadoren. Sie werden Teneriffa danach mit anderen Augen sehen.

 

"Der König von Taoro" ist im Buchhandel auf Teneriffa für 14,50 Euro erhältlich. Direkt bestellen: Zech Verlag, Carretera Vieja, 40, E-38390 Santa Úrsula, Tel.: +34-922-30 25 96, E-Mail: info(ÄT)zech-verlag.com. Postversand nach Deutschland zuzüglich 3,25 Euro Versandkosten

 

 

In Añaza (heute Santa Cruz de Tenerife) landeten im Jahr 1494 die spanischen Seefahrer, um die Insel Teneriffa den Katholischen Königen zu unterwerfen. Sie wollten nach Taoro vordringen, dem Sitz des mächtigsten Guanchen-Fürsten, Mencey Bencomo. In La Matanza und La Victoria fanden entscheidende Schlachten statt. Die Ortsnamen bedeuten "Gemetzel" bzw. "Sieg" und erinnern noch heute an diese Ereignisse. – Im Herbst 1496 flüchteten sich die Guanchen in die Tigaiga-Höhen am Rande des Orotava-Tals (durch Punkte markiert) und ergaben sich schließlich angesichts der Belagerung bei Los Realejos ("die Heerlager").
 

 

Auszug 1:

„So unversöhnlich die Guanchen dem widerstehenden Feinde entgegentraten, so edel waren sie gegen den unterlegenen. Gefangene wurden von ihren Wunden geheilt, ausgetauscht und oft noch mit Geschenken entlassen.

Wilde Tiere gab es auf ihrer glücklichen Insel nicht, nicht einmal die kleinste Giftschlange. Der einzige, den sie fürchteten, war Guayote, der Dämon, der im feuerspeienden Echeyde wohnte (Echeyde, Hölle, oder Teide: der Pico de Tenerife).

Wenn er zürnte, schleuderte er glühende Felsen aus dem Bauche des Riesen, ein breiter Feuerstrom ergoß sich aus seinem weitgeöffneten Maul. Alles riß er nieder, was sich ihm in den Weg stellte. Sengend fuhr er über die fruchtbaren Felder. Aus seinen Nüstern blies er dunkle, giftige Schwaden in den stahlblauen Tigot, den Himmel, die strahlende Magec, die Sonne, verdunkelte sich, das Meer schäumte auf und donnerte über die Klippen bis tief in den Wald hinein, knickte Bäume wie dürre Äste und zerspellte sie, zurückflutend, an den Felsen.

Dann flohen die Guanchen in ihre Höhlen, hockten ängstlich zusammengekauert zwischen den Schafen, Ziegen und Hunden, die sich eng aneinanderdrängten, horchten erschauernd auf das höllische Grauen und flehten zu Acoran, zu Gott, um Hilfe und Rettung.

Ihr Glaube war kindlich und einfach wie sie selbst: Gott schuf einige Menschen und gab ihnen Herden, Land und Wasser. Dann schuf er mehr, gab ihnen nichts und sagte: „Dient den anderen, und sie werden euch geben!“ So gehörte alles Land dem Mencey; er verteilte es auf Lebenszeit, dann fiel es an ihn zurück.

Ihre Hauptnahrung bestand aus Gofio, geröstetem und dann gemahlenem Getreide, das sie mit Milch oder Wasser mischten, aus Pilzen, Feigen, saftigen Früchten des Mocan und des Erdbeerbaums, aus Brombeeren, Datteln, Fichtenzapfen und Palmenbirnen. Allem aber zogen sie Zickelfleisch und Wildkaninchen vor.“

 

Auszug 2:

„Prinzessin Guacimara lag schlaflos in der geräumigen Höhle auf weichem Lager und träumte vor sich hin. Ein Kienspan warf sein flackerndes Licht auf die zackigen Wölbungen der Decke, und im Halbdunkel tanzten zitternde Schatten über die felsigen Wände. Leise tönten vom Eingang her die flüsternden Stimmen der Dienerinnen . . .

Kurz vor Dämmerung waren Boten aus Taoro gekommen, die ihrem Vater Beneharo das Eintreffen des Prinzen Ruimán und seiner Schwester Dácil meldeten. Er hatte also Wort gehalten, damals beim letzten Beñesmen, als er ihr versprach, nach Anaga zu kornmen. Morgen gegen Mittag würde er hier sein.

Jähes Glücksgefühl machte sie wonnig erschauern. „Blume von Anaga“ hatte er sie genannt mit seiner schönen, weichen und doch so männlichen Stimme, „Blume von Anaga . . .“

Sie liebte ihn, diesen jungen, ritterlichen Prinzen mit den träumerischen Augen und der adligen Gesinnung. Schon als Kinder hatten sie zusammen am Strande von Taoro gespielt, waren von Klippe zu Klippe gesprungen, hatten kleine, weiße Muscheln gesucht und flache Steine übers Meer tanzen lassen. Wenn sie müde war, trug er sie auf seinen Armen hinauf zum Tagoror, legte sie behutsam unter den schattigen Lorbeerbäumen nieder und bewachte ihren Schlummer.

Ja, sie liebte ihn! Wenn einer ebenbürtig war an Sinn und Geschlecht, dann er, NUR er. Und sie? Sie würde einst Königin von Taoro, Königin von Tehinerfe sein, sie, die sie Guacimara, die Mannhafte, nannten."

 

 

 



 

 

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