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Última revisión: 05 de febrero de 2008





 

Meinung und Rezension

Die Geschichte des Untergangs der Guanchen-Kultur von Harald Braem: Tanausú – König der Guanchen

Buchbesprechung von Nina Stammer

Tanausú – König der Guanchen ist ein historischer Roman, der die erschreckend grausame und hinterhältige Eroberung La Palmas im Jahre 1492 durch den Spanier Alonso Fernández de Lugo, der auch bei der Eroberung Gran Canarias eine wichtige Rolle spielte, schildert.

Schon der Feldherr Guillén Peraza versuchte circa 40 Jahre zuvor vergeblich, La Palma zu erobern. Scheiterte dabei aber durch eigenen Hochmut und der Courage sowie der wilden Entschlossenheit und Freiheitsliebe der Ureinwohner von La Palma kläglich. Aus diesem Grund ist die Invasion de Lugos nicht nur als Eroberung einer Insel, sondern auch als Rachfeldzug gegen die aufständischen „Wilden“ ausgeartet.

Das Grundgerüst dieses Romans ist die fortlaufende Geschichte eines Erzählers. Gleichzeitig werden einige Ereignisse aus der Sicht verschiedener Protagonisten geschildert. Mal aus der Sicht des jungen Kriegers Bencomo, der in dieser Zeit nicht nur seinen Mut und sein kriegerisches Können unter Beweis stellen muss, sondern auch die Liebe zu der schönen und klugen Ica entdeckt.

Oder aus der Sicht des sensiblen und aufmerksamen Schreibers Domingo auf der Seite der spanischen Eroberer, der seine Erlebnisse, Gefühle und Entdeckungen in einem Brief an einen Freund in Spanien schildert.

Braems Erzählstil zeichnet sich durch eine angenehme, phantasievolle Bildsprache aus. Vor allem die Landschaftsbeschreibungen von La Palma beschreibt Braem mit einem außerordentlichen Sinn für Details, die einen beim Lesen dieser Geschichte viel Freude bereiten.

„Das Meer lag still glitzernd wie eine Perle zwischen den Schatten der Berge. Ein sanfter warmer Wind glitt über die Wände, raschelte in den langstieligen Blättern der Drachenbäume. Wie Riesen der Urzeit sahen sie aus mit ihren knorrigen Wurzelstämmen, den wuchtigen, weitausladenden Kronen. Über die scharfe Felskante des Time glitt pfeilschnell ein Falkenpaar dahin, streifte mit den Schwingen fast den Boden, um sich dann im Steilflug in die Schlucht hinabzustürzen. Ihr schrilles Keckern verriet, dass sie dort unten Beute erspäht hatten. Weiter westlich tanzte ein Krähenschwarm die große Spirale, regnete dann wie auf ein geheimes Kommando hin auf die saftgrünen Hänge ab. Ein paar Passatwolken trieben am Himmel. Als goldener Kamm harkte die Sonne durchs Gras, ließ die Farben aufleuchten, ein brennendes Grün, blutrot die Wände aus Lavatuff und silbergrau die verwitterten, schrundigen Basaltblöcke.“

In diesem offensichtlich sehr gut recherchierten und liebevollen Roman erfährt man besonders viel über das Leben, Denken und Handeln der Guanchen, bevor die Spanier sie besiegten und bekehrten und ihr Land eroberten. Der Kulturforscher Harald Braem verwendet viel Zeit darauf, die Alltagswelt der Guanchen, ihre Bräuche, Ansichten, ihren Glauben und ihr Verhältnis zur Natur zu schildern. Gerade diese Beschreibungen werden durch viele Kleinigkeiten aus dem Leben der Guanchen belebt und erhalten dadurch Glaubwürdigkeit.

Der Autor und langjährige Kanarenkenner Harald Braem hat mit einem außerordentlichen Einfühlungsvermögen die Geschehnisse dieser Zeit aus verschiedenen Perspektiven beschrieben, was diesen Roman so interessant, abwechslungsreich und lesenswert macht. Tanausú, König der Guanchen ist nicht nur als historischer Roman sehr informativ, sondern auch als Lektüre für Jedermann äußerst fesselnd und unterhaltsam.

(Teneriffa Magazin, Nr. 112, November 2003)

 

 

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