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Teneriffa-Karte:
Ortsnamen erinnern noch heute an die Zeit der spanischen Eroberung.
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BESTSELLER
Als der spanische Eroberung Alonso Fernández de Lugo im
Mai 1494 auf Teneriffa landet, stößt er ein hölzernes Kreuz in die Erde
und gründet hier die Stadt Santa Cruz de Tenerife. Er ist von den
Katholischen Königen beauftragt, "die Inseln La Palma und Teneriffa,
die sich in Händen kanarischer Heiden befinden, zu erobern und ... Uns zu
unterwerfen." Der König von Taoro ist Mencey Bencomo, Fürst von La
Orotava, der mutig gegen die Eindringlinge kämpft. Sieg und Niederlage
wechseln sich in La Matanza und La Victoria ab. Doch die Guanchen können
gegen die spanische Übermacht nicht gewinnen...
Lassen Sie sich verführen zu einer Zeitreise
ins 15. Jahrhundert, tauchen Sie ein in die Welt der Guanchen und der
spanischen Konquistadoren – Sie werden Teneriffa danach mit anderen
Augen sehen.
„Ein Werk, an dem niemand achtlos vorbei geht."
(Don Francisco P. Montes de Oca ( +),
Historiker des kanarischen Archipels)
Horst Uden: Der König von Taoro - Historischer Roman der Eroberung Teneriffas,
Zech Verlag, Teneriffa 2003, ISBN 978-84-933108-4-4, Verkaufspreis auf den Kanaren
(steuerfrei) 14,50
Euro, unverb. Preisempfehlung für Deutschland und Österreich 18,25 Euro.
Leseprobe
aus: "Der König von Taoro"
I.
DIE GLÜCKLICHE INSEL
Die
Guanchen
In
den unzugänglichen Höhlen des Tigaiga lebten die tapfersten Krieger der
Guanchen. Ihre Hauptwaffe war der mit der Hand geschleuderte, unfehlbare Stein,
die Streitaxt und die spitze, eisenharte Lanze aus Tea-Holz. Im Gürtel ihres
Tamarco, eines Fellhemdes, steckte die scharf geschliffene Tabona, das
Steinmesser aus Obsidian, das sie geschickt zu handhaben wußten. Mit
furchtbarem Kriegsgeschrei warfen sie sich aus dem Hinterhalt auf den Gegner,
rollten mächtige Felsblöcke auf ihn herab und waren unvergleichlich im
Nahkampf. Wer keinen Schild aus der Rinde des Drachenbaums besaß, wickelte sich
den Tamarco fest um den linken Arm und kämpfte nackt, nur mit einem
Lendenschurz bekleidet.
So
unversöhnlich die Guanchen dem widerstehenden Feinde entgegentraten, so edel
waren sie gegen den unterlegenen. Gefangene wurden von ihren Wunden geheilt,
ausgetauscht und oft noch mit Geschenken entlassen.
Wilde
Tiere gab es auf ihrer glücklichen Insel nicht, nicht einmal die kleinste
Giftschlange. Der einzige, den sie fürchteten, war Guayote, der Dämon, der im
feuerspeienden Echeyde wohnte (Echeyde, Hölle, oder Teide: der Pico de Tenerife).
Wenn
er zürnte, schleuderte er glühende Felsen aus dem Bauche des Riesen, ein
breiter Feuerstrom ergoß sich aus seinem weitgeöffneten Maul. Alles riß er
nieder, was sich ihm in den Weg stellte. Sengend fuhr er über die fruchtbaren
Felder. Aus seinen Nüstern blies er dunkle, giftige Schwaden in den stahlblauen
Tigot, den Himmel, die strahlende Magec, die Sonne, verdunkelte sich, das Meer
schäumte auf und donnerte über die Klippen bis tief in den Wald hinein,
knickte Bäume wie dürre Äste und zerspellte sie, zurückflutend, an den
Felsen.
Dann
flohen die Guanchen in ihre Höhlen, hockten ängstlich zusammengekauert
zwischen den Schafen, Ziegen und Hunden, die sich eng aneinanderdrängten,
horchten erschauernd auf das höllische Grauen und flehten zu Acoran, zu Gott,
um Hilfe und Rettung. (S. 12f)
Der
Feind
Gründonnerstag
des Jahres 1493. Ein wolkenloser Himmel wölbt sich über El Real de las Palmas,
der Hauptstadt von Gran Canaria. Vor der mit Girlanden geschmückten Kapelle drängt
sich das Volk seit dem frühen Morgen in Erwartung der größten aller
Prozessionen der Semana Santa, der heiligen Osterwoche.
Ein
Glockenschlag ertönt, ein zweiter, ein dritter . . . Die breiten Torflügel
springen auf und getragen von zwanzig Männern schwankt der „Paso“, die große
Lade, auf der der Erlöser unter der Last des Kreuzes zusammengebrochen ist, die
wenigen Stufen herab. Ehrerbietig sinken die Gläubigen auf die Knie und beten,
während dumpfer Trommelwirbel ertönt.
Dicht
hinter der Lade schreitet der Kanonikus Samarinas unter prunkvoll gesticktem
Baldachin, das Haupt tief über das Brevier geneigt. Ihm folgt der Alcaide, der
Burgvogt von Agaete, Don Alonso Fernández de Lugo. Stolz blickt er über die
Menge, die ihn ehrerbietig grüßt, ihn, den Eroberer von La Palma und Günstling
der Katholischen Könige. An seiner linken Seite gehen die unzertrennlichen
Freunde Gonzalo García de Castillo und Fernando de Trujillo, seine Hauptleute,
rechts der ehemalige Fürst der Insel, Guanarteme Tenesor Semidan, der sich der
spanischen Krone unterwarf, das Christentum annahm und in der Taufe von seinem königlichen
Paten den Namen Fernando de Guanarteme erhielt.
Ihnen
schließt sich ein langer Zug in purpurrote Gewänder gehüllter, vermummter
Gestalten an. Es sind die Mitglieder der Santa Hermandad, der heiligen
Bruderschaft. Ihre spitze, meterhohe, steife Kapuze starrt senkrecht in die
Luft. (S. 42f)
Auf dem breiten Wall der Festung von Agaete stand, Don Alonso Fernández de Lugo und blickte übers Meer. Drüben lag Tenerife, dessen schneeiger Pik hoch über die Insel emporragte. Eine leichte Rauchwolke entstieg dem Krater, die der sanfte Passat nach Südwesten entführte.
Tenerife . . . Seit man ihn zum Alcaiden von Agaete gemacht hatte, ließ ihn diese Insel, die er täglich vor Augen sah, nicht mehr schlafen. In seinen Adern rollte das kriegerische, abenteuersuchende Blut der Konquistadoren. Schon hatte er La Palma unterworfen, doch Tenerife trotzte noch den kastilischen Waffen. Seinem Vaterland, dessen Macht von Jahr zu Jahr wuchs, wollte er ein neues Ruhmesblatt in der Geschichte der Völker hinzufügen. Spanien hatte mit der Eroberung von Granada den siebenhundertjährigen Krieg gegen die Sarazenen beendet und die Ungläubigen von der Halbinsel vertrieben. Schon standen seine siegreichen Heere in Nordafrika. Bald würden ihm Frankreich, Belgien, die Niederlande, Italien untertan sein. Streckte es nicht bereits seinen mächtigen Arm über das Weltmeer aus?
Hatte er nicht selbst vor wenigen Monaten dem kleinen, dicken, lebendigen Genuesen mit den fanatischen Augen, den sie Kolumbus nannten, die Hand geschüttelt, als seine Galeonen den Hafen von Las Palmas anliefen, wo er Proviant und Wasser nahm, das zerbrochene Ruder der „Pinta“ auswechselte und das lateinische Segel der „Niña“ durch ein rundes ersetzte? So wie heute der Name dieses Mannes in aller Mund war, so würde man bald von ihm, Alonso de
Lugo, sprechen. Der erste Schritt dazu war bereits getan.
Aus der Tasche seines Lederwamses zog er ein sorgsam gefaltetes Pergament, das er immer bei sich trug, küßte das königliche Siegel und las es zum hundertsten Male. Da stand klar und deutlich mit verschnörkelten Buchstaben:
„Wir, Don Fernando und Doña Isabel, von Gottes Gnaden König und Königin von Kastilien und Leon, Toledo,
Cecilla, Portugal, Galizien, Sevilla, Cordoba, Murcia, Jaen, Algeciras, Gibraltar, Fürsten von Aragon, Vizcaya und Molina
befehlen Euch Alonso Fernández de Lugo, die Inseln La Palma und Tenerife, die sich in Händen kanarischer Heiden befinden, zu erobern und Uns zu Gottes und Unserer Ehre zu unterwerfen.
Deshalb ist es Unser Wunsch und Wille, Euch zu unterstützen, weshalb wir Euch aus der Königlichen Schatulle siebenhunderttausend Maravedis zubilligen. Gleichzeitig ernennen wir Euch zu
Unserem General-Kapitän und geben Euch zu eigen alles Vieh, Land und Wasser, das Ihr nach Gutdünken verteilen könnt, sowie alle Steuereinnahmen, die Ihr daraus erzielt.
Gegeben zu Valladolid am dreizehnten Tage des Julimonds im Jahre eintausendvierhundertzweiundneunzig unseres Herrn Jesu Christi.
Ich, Fernando, der König. Ich, Isabel, die Königin.
Ich, Ferrand
Aluares, Rodericus doctor secretarius.“
Siebenhunderttausend
Maravedis! Ein verächtliches Lächeln spielte um den Mund des General-Kapitäns. Freigebig waren die Katholischen Könige nie gewesen. Dem Genovesen hatten sie auch nichts mitgegeben als die drei Galeonen, ein paar Abenteurer und Sträflinge, die so dem Galgen entgingen. Darauf kam es ihm aber nicht an. Er selbst hatte Geld und außerdem war er dabei, alles zu veräußern, was ihm gehörte: seine Ländereien in Agaete, seine Besitzungen auf der Halbinsel, sein väterliches Haus in Carmona. Nein, an Geld würde es ihm nicht fehlen.
(S. 44f)
(Horst
Uden)
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