Spannende Entdeckungstouren auf Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, La
Gomera, El Hierro, Lanzarote und Fuerteventura: Der bekannte Buch- und
Filmautor Harald Braem forscht seit 25 Jahren auf den Kanarischen Inseln.
Folgen Sie ihm auf den Spuren der Ureinwohner zu Kultplätzen, Höhlen,
Pyramiden und zu rätselhaften Zeichen einer geheimnisvollen, versunkenen
Kultur...
Harald Braem umreißt die wichtigsten
archäologischen Theorien über die Herkunft der kanarischen Ureinwohner. Was
sich aus Mumien, Muscheln und Müllresten über das Leben der Guanchen
ableiten lässt? Felsbilder und Pyramiden, gibt es Vergleichbares in anderen
Kulturen? Wohnhöhlen, Siedlungsspuren, Sehenswertes zum Thema vorspanische
Bevölkerung der Kanaren. Museen, praktische Tipps, Literaturhinweise.
Diese Dokumentation ist Ergebnis von 20 Jahren Feldforschung. Wissenschaftlich, informativ, unterhaltsam.
Im Zech Verlag,
Teneriffa September 2008, 12,80 EUR
ISBN 978-84-934857-3-3
Leseprobe
aus: "Auf den Spuren der Guanchen"
Die Guanchen: Tausend Fragen und
keine
richtige Antwort?
Wer zum Urlaub auf die Kanarischen
Inseln kommt, trifft allerorten auf Guanchen: In Zeitungen, Büchern,
Magazinen, Museen, Denkmälern, auf Reklameschildern und manchmal sogar
direkt auf der Straße... Und was man dabei erfährt, verwirrt oft mehr als
wirklich aufzuklären. Zu widersprüchlich sind die Aussagen der
Wissenschaftler, Politiker und Medienvertreter. Mal heißt es, die Kanaren
seien bereits vor etwa 18.000 Jahren besiedelt worden, dann vor 5000 Jahren,
dann wieder erst um 500 v. Chr. oder noch später durch entflohene römische
Galeerensklaven, die kein Zeugnis ablegen konnten, weil man ihnen die Zungen
herausgeschnitten hatte. Oder die ersten Siedler waren Berber oder Wikinger
oder Azteken oder sogar Überlebende von Atlantis. Und dann existieren da
noch diese eigenartigen Pyramiden auf Teneriffa und La Palma...
Kurzum: Es ist nicht einfach, bei all
diesen Theorien und Spekulationen noch durchzublicken und sich eine
einigermaßen objektive Übersicht zum Thema zu verschaffen. Aus genau diesem
Grund habe ich das vorliegende Buch geschrieben. Seit 25 Jahren forsche ich
auf den Kanaren, habe mehrere Jahre hier gelebt und kann aufgrund meiner
sonstigen Studienreisen (Ägypten, Nordafrika, Mittelmeer, Irland, Altai,
Sibirien etc.) Vergleiche anstellen, die z. T. zu überraschenden Ergebnissen
führen.
Bei aller gebotenen wissenschaftlichen
Sorgfalt lege ich Wert auf einfache, verständliche Sprache und eine
strukturierte Betrachtungsweise. Es soll ja keine Arbeit sein, das Buch zu
lesen, sondern Vergnügen bereiten, Wissen vermitteln und praktische Tipps
geben.
Rätselhafte blonde Steinzeitmenschen
Sie kamen über das Meer und gründeten
Königreiche auf den »glücklichen Inseln« – die rätselhaften, sagenumwobenen
Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Hünenhaft, blond und blauäugig waren
sie, wildbärtig die Männer und von großer Schönheit die Frauen, und obgleich
sie beim Eintreffen der spanischen Eroberer im 15. Jahrhundert noch auf
Steinzeitniveau lebten, besaßen sie ausgeprägte Moralvorstellungen und eine
Religion, die unsere heutige Generation nachdenklich stimmen kann...
Wer waren sie, woher kamen sie, wie
gestaltete sich ihr Leben auf den vom Klima verwöhnten Inseln? Kannten sie
die Schifffahrt, fuhren sie in dunkler Frühzeit bis nach Amerika oder
bekamen sie von dort regelmäßig Besuch? Stammen sie von den Ägyptern,
Phöniziern, Karthagern ab oder sind sie etwa deren Urahnen? Sind die
Kanarischen Inseln am Ende gar Überreste des sagenhaften Atlantis, das
versunken auf dem Grund des Meeres liegen soll?
Diese und andere Fragen will das Buch
zu klären versuchen. Die Spurensicherung stützt sich dabei auf verlässliche
Quellen und Chroniken, auf Berichte aus verschwundenen und
wiederentdeckten Handschriften von Augenzeugen ebenso wie auf
experimentelle Archäologie und konkrete Funde, die man an zahlreichen
Plätzen der Inseln besichtigen kann. Karten, Illustrationen und Fotos
ergänzen die Untersuchung, die zwar umfassend ist, aber dennoch
unvollständig bleiben muss, denn noch immer, beinahe täglich, werden neue,
ungewöhnliche Entdeckungen gemacht: Da findet ein italienischer Taucher
überraschenderweise gut erhaltene olmekische Plastiken im seichten
Küstengewässer von Fuerteventura, und die Fachwelt rätselt..., da stößt man
auf Menhire, Steinkreise und wohlpräparierte Mumien, werden seltsame
Felsbilder und Schriftzeichen entdeckt, wie es sie sonst nur in Irland, in
der Bretagne und ... in Südamerika gibt.
Dieses Buch richtet sich daher nicht an
den normalen Sonnenurlauber, sondern an alle, die das Staunen noch nicht
ganz verlernt haben, an den kunsthistorisch, archäologisch, ethno- und
anthropologisch Interessierten, an den Individualtouristen, der weiß, dass
er mit den Kanaren nicht irgendwelche Inseln besucht, sondern vielmehr die
Wiege einer rätselhaften verschwundenen Westkultur, ein Freilichtmuseum der
Steinzeit, eine uralte Lebensweise, die in gewissen Restbeständen und in
abgelegenen Winkeln heute noch immer existiert.
(Harald Braem)